Rotwein Blog

Weblog zum Thema Wein
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Published June 18th, 2009

Deutscher Weisswein zum Spargel

Wenn zum ersten Mal im Jahr der frische Spargel auf dem Teller duftet und sich dazu ein leichter deutscher Wein im Glas entfaltet, hat der Frühling endgültig Einzug gehalten. Der aromatische Duft des Spargels und das anregende Bukett des Weins verbinden sich zu einem Fest für die Sinne.

Schon seit Jahrhunderten werden den beiden heilende Wirkungen für Geist und Seele nachgesagt. Denn das edle Gemüse und sein ebenbürtiger Begleiter der Wein, sind reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Im Idealfall wachsen Spargel und Reben in unmittelbarer Nachbarschaft, wie beispielsweise in Rheinhessen, Baden, Pfalz und Sachsen.

Die deutschen Winzer haben zahlreiche Weinsorten, die sich harmonisch zum Spargel gesellen. Worauf es bei der Weinauswahl ankommt, zeigt das Deutsche Weininstitut (DWI).

Wie wäre es beispielsweise mit einem filigranen Weißburgunder, der mit seinen feinen nussigen Noten förmlich darauf brennt, mit dem Spargel, Kartoffeln und gehaltvoller Sauce Hollandaise eine genüssliche Verbindung einzugehen? Auch ein feingliedriger Silvaner aus Rheinhessen oder aus Franken ist zu den Spargelklassikern sehr zu empfehlen. Grundsätzlich sollten die Aromen im Wein dem delikaten Gemüse den geschmacklichen Vortritt lassen. Dann gehen die Weine mit dem Spargel eine sehr harmonische Verbindung ein.

Kommen Kräuter ins Spiel, Estragon oder Kerbel beispielsweise, empfiehlt sich auch ein frischer Grauer Burgunder, der dem etwas ausdrucksvollerem Miteinander den letzten Pfiff verleiht. Riesling ist ebenfalls ein idealer Begleiter zu Spargel. Damit seine typische Säure nicht zu sehr auftrumpft, empfiehlt sich die Riesling Classic Variante mit seiner harmonisch-trockenen Art. Auch halbtrockener Riesling beispielsweise aus dem Rheingau ist zu Spargel und rohem Schinken, Schnitzel und Koteletts immer willkommen.

Spargel und Fisch, etwa gebratener Lachs, Saibling oder auch Lachsforelle suchen ebenfalls gerne die Gesellschaft von Riesling. Mildere Zubereitungsarten, leicht pochiert mit delikater Sauce serviert, sind wiederum perfekte Partner zu Silvaner oder Weißburgunder. Auch badischer Gutedel zum Spargel ist ein Klassiker! Er ist besonders beliebt wegen seiner milden Säure und daher zu allen leichten Gerichten zu empfehlen.

Bei der klassischen Spargel- Schinkenkombination beispielsweise spielt die salzige Komponente auf erfrischende Weise mit den feinen Aromen im Wein. So entstehen ganz neue Genüsse, so vielfältig und einzigartig, wie die Spargelsaison für Genießer nun mal ist. Wer Spargel gerne in Gesellschaft von Garnelen und Scampis schätzt, sollte auf eine eher milde Zubereitung der Krustentiere achten, damit das delikate Spargelaroma nicht überdeckt wird. Als Wein empfiehlt sich dazu ein Weißer Burgunder oder Silvaner, beide schwimmen mit diesem Menü auf einer „Aromawelle“.

Die Spargelsaison ist kurz, zu kurz bedauern Spargel-Fans. Weinfreunde dagegen dürfen sich freuen, neue kulinarische Bekanntschaften mit köstlichen deutschen Weinen auch nach der Spargelsaison fortzusetzen. Delikate Rezepte dazu gibt es beispielsweise im neuen Wein-Kochbuch des Deutschen Weininstituts. Es wurde jüngst mit dem ersten Preis des internationalen Gourmand Cookbook Awards ausgezeichnet und ist für 12,- € im Buchhandel oder unter deutscheweine.de erhältlich.

Quelle: Deutsches Weininstitut
deutscheweine.de

Published June 18th, 2009

Weisswein schuetzt das Herz so gut wie Rotwein

Eine der größten Langzeitstudien der Welt belegt, dass moderater Weingenuss das Leben verlängert – vor allem wegen der drastischen Senkung des Herzinfarktrisikos.* Dabei hat sich Weißwein dem Rotwein als vollkommen ebenbürtig erwiesen.

Seit 1978 standen insgesamt 128.934 Erwachsene aus Nord-Kalifornien unter gesundheitlicher Beobachtung des Department of Medicine am Kaiser Permanente Medical Center in Oakland. Während der 20 Jahre Beobachtungszeit sind 16.431 Teilnehmer verstorben. Deren Alkoholkonsumgewohnheiten wurden ausgewertet:

Alkoholeffekt? Man fand die aus zahlreichen früheren Studien bekannte J-förmige Beziehung: Moderater Alkoholgenuss (bis zu rund 24 g Alkohol; entspr. etwa 0,3 l Wein, 0,6 l Bier, 0,1 l Spirituosen**) ist im Vergleich zu Abstinenz mit einer etwa 10 % niedrigeren Sterblichkeit (unabhängig von der Todesursache) assoziiert. Bei einer Menge von bis zu 60 g Alkohol pro Tag beobachtete man bei Männern wie auch bei Frauen noch keine erhöhte Sterblichkeit. Erst bei extremem Konsum von mehr als 72 g Alkohol pro Tag war für beide Geschlechter – erwartungsgemäß – das Risiko um 50% bzw. um 60 % signifikant erhöht.

Weineffekt? Als man nach Alkoholika differenzierte, hatten Teilnehmer, die vorwiegend oder ausschließlich Wein tranken, bei moderater Alkoholdosis die stärksten Risikosenkungen. Selbst bei höchstem Konsum*** konnte bei den Weintrinkern – im Gegensatz zu den Bier- oder Spirituosenkonsumenten – kein signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden!

DWA-Anmerkung: Dies soll allerdings nicht heißen, dass Wein jenseits der moderaten Menge empfehlenswert ist!! Und die ist mit 1 bis 2 Gläsern (bis ca. 0,3 l) für die Frau und etwa das Doppelte für den Mann definiert. Ein ständiges Mehr birgt gesundheitliche Risiken.

Weinarteneffekt? Als man die Daten auch noch hinsichtlich der Weinarten verglich, fand man keinen Unterschied. Die protektiven Effekte waren in gleicher Weise für Weißwein wie für Rosé oder Rotwein sowie für Sekt bzw. Schaumwein zu beobachten.

Lifestyleeffekt? Die Wissenschaftler aus Oakland geben allerdings zu bedenken, dass man mit ihren Daten nicht klären kann, ob die gesundheitlichen Vorteile für Weintrinker auf das Getränk per se oder auf andere gesundheitsbewusste Verhaltensweisen (z. B. Rauchverzicht, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung), durch die sich Wein- von Bier- und Spirituosenliebhabern unterscheiden, zurückzuführen sind.

* Klatsky AL, Friedman GD, Armstrong MA, Kipp H. Wine, liquor, beer, and mortality. Am J Epidemiol 2003;158:585-95.

** Berechnungsgrundlage für
Bier5 Vol%
Wein 11 Vol%
Spirituosen35 Vol%

*** mehr als 72 g Alkohol:
entspr.: über eine Flasche (820 ml) Wein, knapp 2 l Bier, ca. 250 ml Spirituosen pro Tag

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de

Published June 18th, 2009

Rotwein und Weisswein senken Herz-Risikofaktoren

Von allen alkoholischen Getränken hat Wein den günstigsten Einfluss auf Risikofaktoren bei Männern im Herzinfarkt gefährdeten Alter. Das ist das Ergebnis einer neuen, großen Bevölkerungsstudie aus Großbritannien.*

Die Senkung des Herzinfarktrisikos durch moderaten Alkoholkonsum liegt, je nach Studie unterschiedlich, im Bereich von 20 bis 60 Prozent. Verschiedene Studien kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Weinkonsum eine stärkere protektive Wirkung hat als andere alkoholische Getränke. Meist wurde das damit erklärt, dass Wein und insbesondere Rotwein eine Vielzahl von pflanzlichen Inhaltstoffen aufweist, die physiologische Wirkungen besitzen. So konnte sich der Glaube durchsetzen, dass “nur” der Rotwein gesund sei.

Tatsächlich gibt es nur wenige epidemiologische Studien, die hinsichtlich der biologischen Wirkungen zwischen rotem und weißem Wein unterscheiden. Die größte Untersuchung hierzu wurde kürzlich von Wissenschaftlern der Royal Free University (London) veröffentlicht. Man hatte hierzu 3.158 Männer im Alter von 60 bis 79 Jahren aus 24 Städten Englands ohne Vorerkrankung im Herz-Kreislaufbereich (Herzinfarkt, Hirninfarkt, Diabetes) rekrutiert. Ihre Ernährungs- und Trinkgewohnheiten wurden erfasst und mit der Ausprägung von Risikofaktoren für Herzinfarkt in Beziehung gesetzt. Dabei wurde hinsichtlich Bier-, Spirituosen- und Wein-Präferenz, – bei Letzteren zusätzlich auch zwischen “rot” und “weiß”- unterschieden. Für alle Berechnungen wurden Unterschiede hinsichtlich Alter, Körpermasse, Rauchen, Bewegung, Sozialstatus und anderer relevanter Einflussfaktoren statistisch berücksichtigt.

Ergebnis: Für alle alkoholischen Getränke fand man einen dosisabhängigen Anstieg des gefäßschützenden HDL-Cholesterins.
Aber nur bei Weinkonsumenten fand sich
- eine Senkung der als risikoreich eingeschätzten Blut- Neutralfette (Triglyceride)
- eine dosisabhängige Senkung des Insulinspiegels
- eine hohe Fließfähigkeit und niedrige Gerinnungsneigung des Blutes
- eine Senkung der Entzündungsreaktionen
alles Veränderungen, die als herz- und gefäßschützend eingestuft werden.

Beim internen Vergleich – Rotwein gegen Weißwein – fand man nur bei einem Gerinnungs- und einem Entzündungsfaktor günstigere Werte für die rote Variante.

Schlussfolgerung: Diese Studie bestätigt, dass die beobachtete Senkung der Herz-Kreislauferkrankungen bei moderatem Weingenuss biologisch plausibel ist. Andererseits stellt sie aber den weit verbreiteten Glaube in Frage, dass gesundheitlich förderliche Wirkungen nur dem Rotwein zuzuschreiben sei. Offensichtlich gehen von Weißwein vergleichbar günstige präventive Wirkungen aus.

* Wannamethee SG, et al. The effects of different alcoholic drinks on lipids, insulin and haemostatic and inflammatory markers in older men. Thromb Haemost. 2003 Dec;90(6):1080-7.

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de