Rotwein Blog

Weblog zum Thema Wein
Rotwein Blog

June 18th, 2009

Deutscher Wein und Mittelmeerkueche?

In Deutschland gesund essen und trinken – wie im Süden

Seit das berühmte “Französische Paradoxon” um die Welt ging, das die geringere Sterblichkeit der Franzosen auf die spezielle Ernährungsweise, aber auch auf den regelmäßigen Weinkonsum zurückführte, ist die Mittelmeerkost als Maß für eine gesunde Ernährung in aller Munde. Hauptkennzeichen sind der hohe Konsum von Olivenöl, Fisch, Gemüse, Obst und das obligatorische Glas Wein zum Essen.

Um die Vorzüge der Mittelmeerkost zu genießen, muss man aber nicht ans Mittelmeer fahren: Das deutsche Pendant ist möglich! Rapsöl liefert mit seinem hohen Anteil an einfach ungesättigten Fettsäuren und seinem bemerkenswert hohen Gehalt an Omega-3 Fettsäuren eine echte heimische Alternative zu Olivenöl und Fischfetten. Die verschiedenen heimischen Obst- und Gemüsesorten und unsere Hülsenfrüchte sind hier wie dort absolut vergleichbar.

Und auch den Wein betreffend sprechen viele Gründe für die Bevorzugung hiesiger Gewächse. Sowohl die vielfach belegte Qualität des deutschen Weines als auch seine gesundheitliche Wirkung sind durchaus ebenbürtig. Obwohl man in Rotweinen höhere Konzentrationen an Polyphenolen misst, die zusammen mit Alkohol die gesundheitlich positiven Effekte ausmachen, zeigen mit deutschen Weißweinen durchgeführte klinische Studien vergleichbare biologische Effekte. Möglicherweise gleichen die Weißwein-Phenole wegen einer stärkeren Wirkung die höhere Quantität der Rotweinstoffe – zumindest teilweise -wieder aus.

Ernährungsphysiologisch sinnvoll und entsprechend empfehlenswert wäre eine Anpassung der deutschen Trinkgewohnheiten: Propagiert werden sollte – ganz nach mediterranem Vorbild – das Weintrinken mit den Mahlzeiten: Regelmäßig aber mäßig ist gesundheitlich am besten. Aber auch der gleichzeitige Konsum von reichlich Wasser ist sinnvoll.

Doch merke – bei all den erwiesenermaßen ernährungsphysiologisch vorteilhaften Effekten: Wein ist dennoch kein Medikament! Er ist in erster Linie ein Kulturgut mit hohem Genusswert. Daher sollte der deutsche Wein bevorzugt werden, der individuell betrachtet am besten schmeckt und bekommt und harmonisch mit dem Essen korrespondiert.

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de

June 18th, 2009

Weisswein schuetzt das Herz so gut wie Rotwein

Eine der größten Langzeitstudien der Welt belegt, dass moderater Weingenuss das Leben verlängert – vor allem wegen der drastischen Senkung des Herzinfarktrisikos.* Dabei hat sich Weißwein dem Rotwein als vollkommen ebenbürtig erwiesen.

Seit 1978 standen insgesamt 128.934 Erwachsene aus Nord-Kalifornien unter gesundheitlicher Beobachtung des Department of Medicine am Kaiser Permanente Medical Center in Oakland. Während der 20 Jahre Beobachtungszeit sind 16.431 Teilnehmer verstorben. Deren Alkoholkonsumgewohnheiten wurden ausgewertet:

Alkoholeffekt? Man fand die aus zahlreichen früheren Studien bekannte J-förmige Beziehung: Moderater Alkoholgenuss (bis zu rund 24 g Alkohol; entspr. etwa 0,3 l Wein, 0,6 l Bier, 0,1 l Spirituosen**) ist im Vergleich zu Abstinenz mit einer etwa 10 % niedrigeren Sterblichkeit (unabhängig von der Todesursache) assoziiert. Bei einer Menge von bis zu 60 g Alkohol pro Tag beobachtete man bei Männern wie auch bei Frauen noch keine erhöhte Sterblichkeit. Erst bei extremem Konsum von mehr als 72 g Alkohol pro Tag war für beide Geschlechter – erwartungsgemäß – das Risiko um 50% bzw. um 60 % signifikant erhöht.

Weineffekt? Als man nach Alkoholika differenzierte, hatten Teilnehmer, die vorwiegend oder ausschließlich Wein tranken, bei moderater Alkoholdosis die stärksten Risikosenkungen. Selbst bei höchstem Konsum*** konnte bei den Weintrinkern – im Gegensatz zu den Bier- oder Spirituosenkonsumenten – kein signifikant erhöhtes Sterblichkeitsrisiko festgestellt werden!

DWA-Anmerkung: Dies soll allerdings nicht heißen, dass Wein jenseits der moderaten Menge empfehlenswert ist!! Und die ist mit 1 bis 2 Gläsern (bis ca. 0,3 l) für die Frau und etwa das Doppelte für den Mann definiert. Ein ständiges Mehr birgt gesundheitliche Risiken.

Weinarteneffekt? Als man die Daten auch noch hinsichtlich der Weinarten verglich, fand man keinen Unterschied. Die protektiven Effekte waren in gleicher Weise für Weißwein wie für Rosé oder Rotwein sowie für Sekt bzw. Schaumwein zu beobachten.

Lifestyleeffekt? Die Wissenschaftler aus Oakland geben allerdings zu bedenken, dass man mit ihren Daten nicht klären kann, ob die gesundheitlichen Vorteile für Weintrinker auf das Getränk per se oder auf andere gesundheitsbewusste Verhaltensweisen (z. B. Rauchverzicht, gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung), durch die sich Wein- von Bier- und Spirituosenliebhabern unterscheiden, zurückzuführen sind.

* Klatsky AL, Friedman GD, Armstrong MA, Kipp H. Wine, liquor, beer, and mortality. Am J Epidemiol 2003;158:585-95.

** Berechnungsgrundlage für
Bier5 Vol%
Wein 11 Vol%
Spirituosen35 Vol%

*** mehr als 72 g Alkohol:
entspr.: über eine Flasche (820 ml) Wein, knapp 2 l Bier, ca. 250 ml Spirituosen pro Tag

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de

June 18th, 2009

Rotwein und Weisswein senken Herz-Risikofaktoren

Von allen alkoholischen Getränken hat Wein den günstigsten Einfluss auf Risikofaktoren bei Männern im Herzinfarkt gefährdeten Alter. Das ist das Ergebnis einer neuen, großen Bevölkerungsstudie aus Großbritannien.*

Die Senkung des Herzinfarktrisikos durch moderaten Alkoholkonsum liegt, je nach Studie unterschiedlich, im Bereich von 20 bis 60 Prozent. Verschiedene Studien kamen dabei zu dem Ergebnis, dass Weinkonsum eine stärkere protektive Wirkung hat als andere alkoholische Getränke. Meist wurde das damit erklärt, dass Wein und insbesondere Rotwein eine Vielzahl von pflanzlichen Inhaltstoffen aufweist, die physiologische Wirkungen besitzen. So konnte sich der Glaube durchsetzen, dass “nur” der Rotwein gesund sei.

Tatsächlich gibt es nur wenige epidemiologische Studien, die hinsichtlich der biologischen Wirkungen zwischen rotem und weißem Wein unterscheiden. Die größte Untersuchung hierzu wurde kürzlich von Wissenschaftlern der Royal Free University (London) veröffentlicht. Man hatte hierzu 3.158 Männer im Alter von 60 bis 79 Jahren aus 24 Städten Englands ohne Vorerkrankung im Herz-Kreislaufbereich (Herzinfarkt, Hirninfarkt, Diabetes) rekrutiert. Ihre Ernährungs- und Trinkgewohnheiten wurden erfasst und mit der Ausprägung von Risikofaktoren für Herzinfarkt in Beziehung gesetzt. Dabei wurde hinsichtlich Bier-, Spirituosen- und Wein-Präferenz, – bei Letzteren zusätzlich auch zwischen “rot” und “weiß”- unterschieden. Für alle Berechnungen wurden Unterschiede hinsichtlich Alter, Körpermasse, Rauchen, Bewegung, Sozialstatus und anderer relevanter Einflussfaktoren statistisch berücksichtigt.

Ergebnis: Für alle alkoholischen Getränke fand man einen dosisabhängigen Anstieg des gefäßschützenden HDL-Cholesterins.
Aber nur bei Weinkonsumenten fand sich
- eine Senkung der als risikoreich eingeschätzten Blut- Neutralfette (Triglyceride)
- eine dosisabhängige Senkung des Insulinspiegels
- eine hohe Fließfähigkeit und niedrige Gerinnungsneigung des Blutes
- eine Senkung der Entzündungsreaktionen
alles Veränderungen, die als herz- und gefäßschützend eingestuft werden.

Beim internen Vergleich – Rotwein gegen Weißwein – fand man nur bei einem Gerinnungs- und einem Entzündungsfaktor günstigere Werte für die rote Variante.

Schlussfolgerung: Diese Studie bestätigt, dass die beobachtete Senkung der Herz-Kreislauferkrankungen bei moderatem Weingenuss biologisch plausibel ist. Andererseits stellt sie aber den weit verbreiteten Glaube in Frage, dass gesundheitlich förderliche Wirkungen nur dem Rotwein zuzuschreiben sei. Offensichtlich gehen von Weißwein vergleichbar günstige präventive Wirkungen aus.

* Wannamethee SG, et al. The effects of different alcoholic drinks on lipids, insulin and haemostatic and inflammatory markers in older men. Thromb Haemost. 2003 Dec;90(6):1080-7.

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de

June 18th, 2009

don’t drink and drive – Video

Die Kampagne “DON’T DRINK AND DRIVE” der Spitzenverbände aus den Branchen Bier, Wein, Sekt und Spirituosen besteht seit 1993 und ist somit die älteste fortlaufende Verkehrssicherheitskampagne Deutschlands.

“Wer fährt, bleibt nüchtern” – so lautet die Botschaft der Kampagne. Ganz ohne erhobenen Zeigefinger sollen insbesondere junge Fahrer darauf aufmerksam machen, dass Alkohol und Auto fahren nicht zusammen passen.

Weblink: ddad.de

June 18th, 2009

Alkohol regelmaessig maessig

Beim Alkohol besser regelmäßig mäßig als gelegentlich viel: Eine neue Langzeitstudie aus Dänemark belegt, dass nur der regelmäßige leichte bis moderate Alkoholgenuss günstige gesundheitliche Auswirkungen hat. Ein gelegentlicher hoher Konsum dagegen ist mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert.

Unter Laien wie auch in Ärztekreisen ist die Meinung weit verbreitet, dass täglicher Alkoholgenuss gesundheitlich problematisch sei. Günstiger sei es, nach Alkoholkonsum “der Leber immer ein paar Tage Pause zu gönnen”. Für solche Ratschläge gab es zwar nie eine wissenschaftliche Grundlage, doch klang es “vernünftig”. In der Vergangenheit hatten jedoch verschiedene epidemiologische Studien immer wieder darauf hingewiesen, dass neben der Trinkmenge die Trinkgewohnheiten eine Rolle spielen; dabei ging ein unregelmäßiger Konsum eher mit ungünstigen Effekten einher.

Diese Fragestellung behandelte auch kürzlich eine große Bevölkerungsstudie aus Dänemark. 26.909 Männer und 29.626 Frauen im Alter von 55 bis 65 Jahren wurden 7 Jahre lang beobachtet. Zu Studienbeginn waren die Teilnehmer detailliert hinsichtlich Trink-, Ernährungs- und Lebensstilgewohnheiten befragt worden. Bezüglich des Alkoholkonsums interessierte sowohl die Menge als auch die Trinkgewohnheit. Ein Alkoholkonsum von bis zu 1 Mal pro Woche wurde als “unregelmäßiger Genuss” definiert. Die Kategorie “regelmäßiger Genuss” wurde angesetzt, wenn Teilnehmer mindestes an zwei Tagen pro Woche alkoholische Getränke zu sich nahmen.

Ergebnis: Bis zum Studienende nach 7 Jahren waren 1.528 Männer und 913 Frauen verstorben. Dabei war das Sterblichkeitsrisiko insgesamt bei unregelmäßigem Alkoholkonsum höher, als bei regelmäßigem Konsum. Differenzierte man bei diesen zwei Kategorien noch nach der Alkoholmenge pro Trinkanlass und bezog man statistisch auch die Unterschiede im Lebens- und Ernährungsstil und im Bildungsgrad mit ein, so ergab sich folgendes Bild:

Bei Männern mit regelmäßigem Konsum fand man insgesamt das niedrigste Risiko, wenn sie auf 5 bis 6 Tage pro Woche verteilt bis zu 156 g Alkohol (Risikosenkung 49 %) zu sich genommen hatten. Dies entspricht einem täglichen moderaten Konsum von ca. 30 g (entspr. in etwa 2 Gläser (300-400 ml) Wein). Das Risiko im Vergleich zu strikter Abstinenz war selbst dann noch niedriger, wenn Männer täglich bis zu 40 g konsumierten. Bei Frauen, die regelmäßig Alkohol konsumierten, fand man eine Risikosenkung von 28% bei einem täglichen Konsum von bis zu 12 g pro Tag bzw. 16% bei bis zu 25 g. Allerdings waren diese Ergebnisse nicht statistisch signifikant. Tranken sie aber mehr als 30 g pro Tag, stieg das Risiko in jedem Fall an, gleich ob sie diese Trinkmenge an einem Tag zugeführt oder auf 7 Tage verteilt hatten.

Fazit: Dass Frauen mit Alkohol vorsichtiger umgehen müssen, belegt auch diese Studie. Für Frauen über 55 Jahre gilt allerdings, dass sich bei einem leichten, regelmäßigen Alkoholkonsum mehr gesundheitliche Vorteile als Risiken zeigen. Bei Männern in diesem Alter sieht man diesen Effekt sogar bei Trinkmengen von bis zu 35 – 40 g. Wer allerdings meint, sich die tägliche Dosis bis zum Wochenende „ansparen“ zu müssen, wird die Vorteile in klare Gesundheitsrisiken wandeln. Durch die dann weit höhere Alkoholkonzentration im Gastro-Intestinaltrakt und im Blut können solch unerwünschte Nebenwirkungen wie krebsfördernde und blutungsfördernde Effekte zu Tage treten.

Hinweis DWA: Verantwortungsvoller Weinkonsum
Das Thema Wein und Gesundheit bedarf einer durch Sachkenntnis, Ausgewogenheit und Verantwortung geprägten Präsentation. Obwohl zahlreiche wissenschaftliche Daten belegen, dass moderater Weinkonsum positive Effekte auf die Gesundheit hat, weisen wir darauf hin, dass exzessives Trinken aller alkoholischer Getränke sozialen und gesundheitlichen Schaden birgt.

Quelle: Tolstrup JS, Jensen MK, Tjonneland, et al. Drinking Pattern and Mortality in Middle-Aged Men and Women. Addiction 2004;99:323-30

Quelle: Deutsche Weinakademie
deutscheweinakademie.de