Rotwein kalt trinken im Sommer? Ja! Erfahre, welche Rotweine sich eignen, welche Temperatur perfekt ist und warum das in Spanien Tradition hat.
Rotwein im Sommer kalt trinken – erfrischender Genuss
Rotwein gilt traditionell als Getränk für die kühleren Jahreszeiten. Kräftige Aromen, warme Nuancen und die Vorstellung, ein Glas vor dem Kamin zu genießen, haben sich tief in unseren Köpfen verankert. Doch gerade im Sommer stellt sich oft die Frage: Darf man Rotwein auch kalt trinken? Die klare Antwort lautet: Ja – wenn man es richtig macht.

Rotwein kalt im Sommer trinken – erfrischender Genuss statt Stilbruch
Tradition vs. Moderne – Rotwein muss nicht immer „zimmerwarm“ sein
Der Mythos der „Zimmertemperatur“ stammt aus Zeiten, in denen die Räume selten über 18–19 °C warm wurden. Heute liegen unsere Wohnräume häufig bei 22–24 °C – und da wirkt ein Rotwein schnell schwer und alkoholisch. Gerade im Sommer kann ein zu warm servierter Rotwein ermüdend wirken und den Genuss trüben.
Ein leicht gekühlter Rotwein bringt dagegen Frische, hebt die Frucht hervor und macht das Trinkerlebnis auch an warmen Tagen angenehm.
Rotwein kalt trinken – in heißen Ländern ganz normal
Während in Deutschland oft noch diskutiert wird, ob man Rotwein kühlen „darf“, ist es in südlichen Ländern längst üblich. In Spanien, Italien oder Portugal wird Rotwein bei hohen Temperaturen traditionell kühl serviert – gerade die jungen, fruchtigen Weine. In einer Tapas-Bar in Madrid oder Sevilla ist es völlig normal, ein Glas Tempranillo oder Garnacha leicht gekühlt zu bekommen.
Das hat praktische Gründe: Bei über 30 °C Außentemperatur würde ein ungekühlter Rotwein schnell zu warm und kaum noch genießbar. Durch die Kühlung bleibt er frisch, fruchtig und viel bekömmlicher – genau so, wie es die Winzer in den Weinregionen dieser Länder seit Generationen empfehlen.
Welche Rotweine eignen sich zum Kühlen?
Nicht jeder Rotwein ist gleich gut für den Kühlschrank geeignet. Grundsätzlich gilt: Je leichter, fruchtiger und tanninärmer ein Rotwein ist, desto besser verträgt er eine Kühlung.
- Leichte Rotweine wie Beaujolais, Trollinger, Portugieser oder Pinot Noir (Spätburgunder) sind ideale Sommerbegleiter.
- Rotweine mit wenig Holzfass-Ausbau behalten gekühlt ihre fruchtige Frische.
- Junge Weine profitieren von niedrigerer Temperatur, weil die Aromen klarer hervortreten.
Schwere, tanninreiche Rotweine wie Cabernet Sauvignon, Barolo oder Shiraz sind dagegen besser bei moderater Temperatur (16–18 °C) aufgehoben.
Die richtige Trinktemperatur für Rotwein im Sommer
- Leichte Rotweine: 10–14 °C
- Mittelschwere Rotweine: 14–16 °C
- Kräftige Rotweine: 16–18 °C
Ein guter Richtwert ist: lieber etwas zu kühl einschenken, da sich der Wein im Glas ohnehin leicht erwärmt.
Tipps zum Kühlen von Rotwein
- Kühlschrank statt Gefrierfach – Stelle die Flasche 30–60 Minuten in den Kühlschrank. So erreichst Du die perfekte Trinktemperatur, ohne den Wein zu schocken.
- Weinkühler mit Eiswasser – Wenn es schneller gehen soll, ist ein Weinkühler mit Wasser und Eiswürfeln ideal. So kühlt die Flasche gleichmäßig in wenigen Minuten herunter.
- Ein paar Eiswürfel im Glas? – Puristen rümpfen die Nase, doch für unkomplizierte Sommerabende spricht nichts dagegen. Tipp: Verwende gefrorene Trauben statt Eiswürfel – so verwässerst Du den Wein nicht.
Foodpairing – was passt zum gekühlten Rotwein?
Kalter Rotwein passt perfekt zur sommerlichen Küche:
- Gegrilltes Gemüse und Fisch
- Mediterrane Pasta-Gerichte
- Leichte Fleischgerichte wie Huhn oder Pute
- Antipasti, Käseplatten und frische Sommersalate
Ein fruchtiger Spätburgunder aus Deutschland oder ein junger Tempranillo aus Spanien harmoniert wunderbar mit mediterranen Tapas oder einem sommerlichen Grillabend.
Fazit – Rotwein im Sommer? Unbedingt!
Rotwein kalt trinken ist kein Stilbruch, sondern eine moderne Art, den Wein neu zu genießen. Leichte, fruchtige Rotweine werden durch die Kühlung erfrischend und sind eine tolle Alternative zu Weißwein oder Rosé im Sommer. Wichtig ist nur, den passenden Wein auszuwählen und die richtige Temperatur zu beachten. Dann wird Rotwein auch an heißen Tagen zum idealen Begleiter.
FAQ: Rotwein kalt im Sommer trinken
1) Kann man Rotwein im Sommer kalt trinken?
Ja. Leicht gekühlter Rotwein wirkt frischer, betont die Frucht und ist an heißen Tagen bekömmlicher.
2) Welche Rotweine eignen sich zum Kühlen?
Leichte, fruchtige, tanninarme Weine: z. B. Beaujolais, Trollinger, Portugieser, Pinot Noir (Spätburgunder), junger Tempranillo oder Garnacha.
3) Welche Trinktemperatur ist ideal?
Leicht: 10–14 °C, mittelgewichtig: 14–16 °C, kräftig: 16–18 °C. Lieber etwas zu kühl einschenken—im Glas wärmt sich der Wein auf.
4) Ist es in Spanien & Co. üblich, Rotwein kalt zu servieren?
Ja. In heißen Ländern wie Spanien, Italien und Portugal werden junge Rotweine traditionell kühl serviert—besonders bei Sommerhitze.
5) Wie kühle ich Rotwein schnell und schonend?
Weinkühler mit Eiswasser (Wasser + Eiswürfel) kühlt in wenigen Minuten gleichmäßig. Alternativ 30–60 Minuten in den Kühlschrank.
6) Darf ich Eiswürfel in Rotwein geben?
Geht, verwässert aber. Besser: gefrorene Trauben nutzen—kühlen ohne Verdünnung.
7) Was tun, wenn der Rotwein zu kalt ist?
Ein paar Minuten im Glas stehen lassen und leicht schwenken. Die Aromen öffnen sich rasch.
8) Welche Speisen passen zu gekühltem Rotwein?
Gegrilltes Gemüse/Fisch, mediterrane Pasta, Huhn/Pute, Tapas, Antipasti, milde Käse, frische Sommersalate.
9) Stimmt „zimmerwarm“ noch?
Der alte Richtwert bezog sich auf 18–19 °C. Heutige „Zimmer“ mit 22–24 °C machen Rotwein schnell schwer. Moderat gekühlt schmeckt er ausgewogener.
10) Wie lagere ich eine angebrochene Flasche im Sommer?
Wieder verkorken/verschließen und in den Kühlschrank stellen. Innerhalb von 2–3 Tagen trinken; vor dem Einschenken kurz temperieren.
